Europa-Radtour
Die Europa-Radtour, die von zahlreichen Rad-Verbänden angeboten wird, ist das Sommer-Highlight jedes begeisterten Radlers. Wer das ganze Jahr über bekannte Strecken in der bekannten und gewohnten Umgebung „abfährt“, hat sich wenigstens einmal im Jahr eine Tour der etwas anderen Art verdient. Im Rahmen der Europa-Radtour kommt wirklich jeder Radler auf seinen individuellen „Radlergeschmack“, was bedeutet, dass nicht nur alle Altersgruppen vertreten sind, sondern darüber hinaus Etappenfahrten für die unterschiedlichen Leistungsstufen der Radfahrer angeboten werden.
Je nach Radverband werden jedes Jahr andere europäische Länder mit dem Drahtesel durchquert. Die Routen werden vom Verband selbst zusammengestellt, wobei es trotz allem möglich ist, dass die Radler selbst einige Vorschläge im Rahmen der „Fahrplanerstellung“ miteinbringen können. Äußerst beliebte Routen sind beispielsweise „Passau – Genua“, „Lourdes – Porto“ und „Limoges – Dublin“. Wichtig dabei ist nur, dass die Radler ihre eigenen Fahrräder benützen, da sie diese gewöhnt sind und wissen, wie sie damit umgehen müssen. Natürlich ist es auch möglich, sich ein Fahrrad beim jeweiligen Verband zu mieten. Dies ist trotz allem nicht zu empfehlen, da nicht Fahrrad = Fahrrad ist.
Nachdem der Fahrrad-Verband die Route der jeweiligen Europa-Radtour festgelegt hat, wird diese in einzelne Etappenfahrten untergliedert. So ist es möglich, dass sowohl die Normal- bis Hobbyfahrer als auch die stärker leistungssportlich orientierten Radler auf ihre Kosten kommen. Eine Etappe im Rahmen der Tour „Lourdes – Porto“ wäre folgende: Lourdes – Arudy – Oloron – Mauleon Licharre. Nachdem die Fahrer in Mauleon Licharre angekommen sind, wird das Quartier bezogen. Die Fahrräder, Mountainbikes, Trekkingräder und Citybikes der Radfahrer können in einem separaten „Fahrrad-Schuppen“ untergestellt werden. Jene Fahrer, deren Kondition mehr als eine Etappe zulässt, müssen ihren Tag nicht nach der vereinbarten Etappe abschließen. Es erweist sich zudem als möglich, dass sich eine Gruppe Radfahrer derselben Leistung zusammenschließt, welche zwar dieselbe Route, jedoch individuell anders zusammengestellte Etappen fahren.
Die Europa-Radtour darf nicht als Power-Tour von ca. 14 Tagen angesehen werden, im Rahmen der jeden Tag Stunde für Stunde nur geradelt wird. Tatsache ist, dass jede Tour ebenso einen Ruhetag miteinplant, der dazu dient, sich einen Tag völlig zu entspannen und zu relaxen. Die Tour „Passau – Genua“ beispielsweise wählt ihren Ruhetag in Torbole am Gardasee: Ein Tag voller Ruhe und Entspannung, um die restlichen fünf „Radeltage“ noch erfolgreich meistern zu können. Sollte ein Ruhetag zu wenig sein, so ist durchaus denkbar, noch einen zweiten miteinzubeziehen. Dies muss jedoch mit dem jeweiligen Verband abgesprochen werden, da in der Regel jede Tour ein sehr straffes Zeitprogramm aufweist.
Die Europa-Radtour bietet es jedem Radfahrer an, an jedem Tag zwischen zwei Strecken von 100 bis 150 km und einem Höhenprofil von leicht bis anspruchsvoll zu wählen. Je nach Könnerstufe ist es jedem Radler möglich, sich jeden Tag neu zu entscheiden, wie viele Radkilometer er / sie sich zumuten kann. Darüber hinaus sind im Rahmen der Europa-Radtour wirklich alle Altersklassen herzlich willkommen. Das Angebot beinhaltet weiters zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Komfort- und Preisniveaus.
Wer nun denkt, dass die Europa-Radtour bloß das „ewige Radeln“ in den Vordergrund stellt, der ist absolut falscher Meinung. Trotz der vielen Radkilometer bleiben kulturelle Erlebnisse sowie Entdeckungen keinesfalls auf der Strecke. An jedem Aufenthaltsort ist es den Radfahrern jederzeit möglich, sich umzusehen, ein kleines Souvenir zu kaufen oder auch ein interessantes Museum zu besuchen.
Fazit: Die Europa-Radtour ist eine Radtour der Superlative, bei der wirklich jeder Radler mehr als nur „Radler-Eindrücke“ mit nach Hause nimmt.