Weihnachten in Europa
Weihnachten ist das Fest der Liebe, der Familie, des Zusammenhalts und vor allem des Friedens. Fast überall auf der Welt wird Weihnachten gefeiert. Egal ob dies nun mit oder ohne Weihnachtsbaum, Kerzen, Kugeln, Weihnachtslieder, Weihnachtsleckereien wie Keksen oder Christstollen geschieht – jedes Land, jede Kultur feiert Weihnachten auf seine eigene Art und Weise. Wichtig ist nur, was genau gefeiert wird – nämlich die Geburt von Jesus Christus.
Wie bereits erwähnt besitzt jedes Land in Europa seine eigenen Riten, Traditionen und Bräuche, nach denen Weihnachten gefeiert wird. In Österreich beispielsweise beginnt die Adventszeit mit dem ersten Sonntag im Monat Dezember – also dem ersten Advent. Als Symbol der Vorweihnachtszeit, nämlich der Adventszeit, wird ein Adventskranz aufgestellt. Bis zum 24. Dezember darf jeden Sonntag im Dezember eine weitere Kerze entzündet werden bis alle vier Kerzen am Heiligabend leuchten. Viele österreichische Familien verbringen die Adventssonntage gemeinsam zu Hause, bei heißem Tee, Keksen und besinnlicher Weihnachtsmusik. Kinder tragen Adventsgedichte oder Adventssprüche vor und lassen sich von ihren Eltern wunderschöne Weihnachtsgeschichten vorlesen.
Vor allem bei Kindern nimmt in Österreich der sogenannte Adventskalender eine ganz besondere Position ein. Jeden Tag darf ein Türchen geöffnet werden. Meist finden sich darin Leckereien wieder, die das Warten auf das Christkind erleichtern sollen. Wie bereits erwähnt bringt in Österreich nicht der Weihnachtsmann, sondern das Christkind die Geschenke. Gleichstellend mit dem Weihnachtsmann ist der Nikolaus, der in Österreich schon am 6. Dezember mit Nüssen, Mandarinen und Äpfeln von Haus zu Haus zieht.
Blicken wir in ein europäisches Land weiter südlich, wie beispielsweise Italien, so ist das Weihnachtsfest wieder durch ganz andere wichtige Faktoren geprägt. Dabei werden italienische Kinder weder vom Christkind noch vom Weihnachtsmann beschenkt, sondern von der guten Hexe „La Befana“, die am 6. Januar auf ihrem Besen von Haus zu Haus fliegt. Braven Kindern bringt sie tolle Geschenke, bösen allerdings nur schwarze Kohlestücke. Im Rahmen vieler Weihnachtsbände existieren Weihnachtszitate, die die Hexe „La Befana“ genauer beschreiben. Dabei wird auch ihr Ursprung detaillierter beleuchtet.
Während in den meisten europäischen Ländern der Weihnachtsbaum bzw. Christbaum den Mittelpunkt aller Weihnachtsfeierlichkeiten darstellt, ist es in Italien eine prachtvolle Krippe – nämlich „il persepio“, um es auf Italienisch zu sagen.
In Russland wird der Weihnachtsmann bzw. das Christkind als „Väterchen Frost“ bezeichnet. Aufgrund des sogenannten Julianischen Kalenders bringt er russischen Kindern die Geschenke erst am 7. Januar. Dabei kommt er nicht alleine, sondern begleitet von „Schneeflocke“ und „Babuschka“. Russische Kinder empfangen die drei mit Musik und Kuchen. Die Kuchen sind dabei mit Herzen versehen, wobei jedes Herz für einen expliziten Wunsch steht, der bald in Erfüllung gehen soll. Die gesamte Weihnachtszeit dauert in Russland bis zum 11. Januar. An diesem Tag wird sogleich das neue Jahr eingeleitet.
Weihnachten steht in Frankreich ganz im Zeichen der Familie. Am Abend des Weihnachtstages stellen französische Kinder ihre Schuhe vor den Kamin und hoffen darauf, dass der französische Weihnachtsmann, Père Noël, diese mit Geschenken füllt. Père Noël kommt hingegen nicht alleine. Er wird von seinem Gefährten Père Fouettard begleitet, der schlimme Kinder mit einer Tracht Prügel bestraft. Im Mittelpunkt des französischen Weihnachtsfestes steht ein ganz spezielles Weihnachtsgericht, das als „le reveillon“ bezeichnet wird. Viel essen und ausgiebig tanzen ist dabei von großer Wichtigkeit.
Die Adventszeit in sowohl Spanien als auch Portugal gilt als besonders besinnliche und ruhige Zeit. Die Häuser werden dabei schön dekoriert und Fenster mit brennenden Kerzen geschmückt. Diese sind als Symbol dafür gedacht, dem Jesuskind den richtigen Weg ins Haus zu weisen. Auch in Spanien und Portugal ist es nicht so, dass die Kinder in diesen beiden Ländern ihre Geschenke vom Weihnachtsmann bzw. dem Christkind bekommen. Stattdessen sind es die Heiligen Drei Könige, die spanische und portugiesische Kinder am 6. Januar beschenken.
In Spanien und Portugal gibt es keinen Weihnachtsbaum. Im Zentrum des Weihnachtsfestes steht stattdessen, wie in Italien, die Weihnachtskrippe. Die Spanier kennen den Weihnachtsbaum als wichtiges Symbol der Weihnachtszeit erst seit einigen Jahren. Aufgrund der Tatsache, dass Christbäume in Spanien im Gebirge wachsen, sind sie sehr teuer und daher nicht weit verbreitet.